Kirche Naugarten

Zeit vor der Reformation 
Über die Zeit vor der Reformation liegen uns in Bezug auf die Kirche leider keinen schriftichen Informationen vor. Es kann nur vermutet werden, ob an dieser Stelle auch mal eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert stand und diese durch die Katastrophe des 30-jährigen Krieges zerstört worden ist.

Zeit nach der Reformation 
Nach der Reformation gehörte Naugarten mit unter die Patronatsherrschaft der Familie von Arnim in Boitzenburg. Unter ihrem Patronat wurde die heutige Kirche ca. 60 Jahre nach dem 30-jähringen Krieg wieder neu aufgebaut und 1713 eingeweit. So findet man in der Wetterfahne die Jahreszahlen 1713/1777 und das Symbol des Landvogtes von Arnim. Bei der Kirche handelt es sich um einen kleinen rechteckig verputzten Saalbau mit einem verbretterten westlichen Dachturm. Beim Boitzenburger Pfarrer Beckmann ist zu lesen, sowohl Berkholz und Naugarten seien 1713 in einen sehr guten Zustand gesetzt worden (Benthin S. 50).
 

Zeit nach dem II. Weltkrieg 
Im 2. Weltkrieg blieb die Kirche verschont, nur kurzzeitig wird sie von der Roten Armee als Pferdestall genutzt. 1950 wurde sie instandgesetzt. Die letzte umfangreiche Dachsanierung, Arbeiten am Kirchturm und eine neue Fargebung der Fassade erfolgten 2001/2002.
An der Westseite wurde 1958/59 anstelle einer Eingangshalle ein Gemeinderaum, der „Albert Schweitzer Raum“  angebaut, der vor allem für Sitzungen genutzt wird.

Innenraum Kirche 

Besonders hervorzuheben ist der vom Berliner Bildhauer Johann Georg Glume 1713 geschaffene Kanzelaltar aus Holz.
Die zahlreichen Verzierungen und die dunkle Farbe lassen den Altar zum Schmuckstück der Kirche werden. Schon 1752 war auch der Thomsdorfer Pfarrer voll des Lobes über den Altar. 
Etwa gleichzeitig entstand auch das Gestühl. Nach dem Einbau der Orgelempore (1845) ließ man sich 1875 vom Orgelbaumeister Barnim Grüneberg aus Stettin die Orgel einbauen. Vikar Seidel lobte in seinen Briefen diese Orgel, sie klinge in dieser kleinen Kirche „noch viel gewaltiger“.   
Wie in Berkholz ist hier auch eine Wappenscheibe im Südostfenster angebracht. Sie zeigt das Wappen derer von Arnim-Schlieben und die Jahreszahl 1713.


Quellen:
Dr. Joachim Benthin: Chronik „775 Jahre Naugarten“  
Dr. Matthias Friske: „Kirchen im Ev. Kirchenkreis Uckermark“